Wohnungsbau in Leer: Gute Zeit für Investoren

Knapp 30 Interessierte diskutierten bei einer öffentlichen Veranstaltung zum Thema „Bezahlbares Wohnen in Leer“ des SPD-Ortsvereins Loga-Logabirum. Bild: Schröder

Leer – Die Lage für Wohnungssuchende ist in Leer gerade schwierig. Aber bei einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung des SPD-Ortsvereins Loga-Logabirum kam doch etwas Hoffnung auf: „Das Land bietet mit dem neuen Förderprogramm für sozialen Wohnungsbau eine Spitzenförderung. Es gibt Geld in Hülle und Fülle, das ist eine gute Zeit für Investoren“, meinte Fritz Zitterich, Besucher der Veranstaltung und als ehemaliger Vorstand des Bauvereins Leer ein Mann vom Fach.Noch ist die Lage aber angespannt: Es gibt in Leer zu wenig Wohnungen für Seniorinnen und Senioren, für Singles, für Familien und Behinderte. Zudem verdienen die Leeranerinnen und Leeraner eher unterdurchschnittlich, 16 Prozent gelten als arm, das Angebot an bezahlbarem Wohnraum für sie ist zu knapp. „In Leer gibt es mehr Ferienwohnungen als Sozialwohnungen“, sagte Thomas Exner, Geschäftsführer des Bauvereins. Er bildete mit dem Wohnexperten der SPD-Kreistagsfraktion, Klaas Plagge, das Referentenduo des Abends, zu dem knapp 30 Interessierte in die Begegnungsstätte des Vereins für Körperbehinderte am Logaer Weg gekommen waren.
Im Mittelpunkt des Abends stand die Frage, wie mehr bezahlbarer Wohnraum über mehr Sozialwohnungen geschaffen werden kann. Das große Förderprogramm des Landes, in dem Exner allerdings noch einige Mängel sieht, das grundsätzlich aber über günstige Kredite und großzügige Tilgungsmöglichkeiten den Investitionsspielraum stark verbessere („Es ist nicht der ganz große, aber bestimmt ein kleiner Wurf“), ist eine Möglichkeit.
Aber auch die Stadt Leer könne etwas tun. „Investoren benötigen günstiges Bauland, kürzere Bearbeitungszeiten für Bauanträge – eineinhalb Jahre sind zu viel – und weniger bürokratische Auflagen, wenn der soziale Wohnungsbau wieder in Gang kommen soll“, so Exner. Ortsvereinsvorsitzender Jochen Kruse verwies darauf, dass der Rat bereits erreicht habe, dass neue Bebauungspläne nur dann genehmigt werden, wenn dabei ein Anteil von 30Prozent für bezahlbaren Wohnraum festgeschrieben sei. Das führe auch zur Durchmischung von Wohngebieten mit Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlichen Einkommens. „Wir haben in Leer schon mehrere Brennpunkte, zum  Beispiel Unter den Eichen oder am Hermann Lange-Ring. Wir wollen nicht noch mehr“, sagte Plagge.
Der Bauverein, derzeit größter Investor für bezahlbare Wohnungen in Leer, kündigte Millioneninvestitionen  in den kommenden Jahren an. Dabei werden rund 60 neue Wohnungen entstehen.
Einen Aspekt, der bislang nicht diskutiert wird, brachte Plagge ins Spiel: Nach derzeitigen Prognosen wird die Bevölkerung der Stadt Leer bis 2035 auf 32 000 Einwohner sinken. Wir müssen aufpassen, dass wir dann nicht Wohnungs-Leerstände bekommen.“

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